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Computer lotst den Sprit durch das Labyrinth

 30.08.2003 / WAZ / LOKALAUSGABE / GELSENKIRCHEN

Serie Teil 4: Tanklager versorgt (nicht nur) das Revier

Von Michael Muscheid

Die größte "Tankstelle" der Republik, die liegt im Stadthafen. Tanklaster um Tanklaster rumpelt da an die "Zapfsäulen", und nicht selten steht schnell ein ganzes Dutzend bauchiger Brummis nebeneinander. Um Sprit zu holen fürs Revier. Hier tanken sie auf.

Die Adresse Am Stadthafen 60 steht für ein Kommen und Gehen. Nicht allein wegen der Lkw-Karawane, die gerade mal in der Nacht eine kurze Pause einlegt. In den Tanks, immerhin 60 sind es an der Zahl, auch da herrscht Bewegung, dazwischen erst recht: Millionen von Litern werden hier bewegt, unsichtbar für den Betrachter. Da schießt der Diesel ober- und unterirdisch durch das Labyrinth der Leitungen, werden Kraftstoffe und Chemie-Produkte in Schiffsrümpfe gepumpt, Kesselwagen gefüllt. Das Tanklager der BP - noch immer unter dem riesigen Logo von Aral - ist quasi das: "ein Auslieferungslager für die Raffinerien". Sagt der Betriebswirt Volker Melian, Leiter des Lagers.
Aus Horst und Scholven kommt der Kraftstoff, strömt von den Raffinerien durch vier Pipelines zum Stadthafen, gut und gerne mehrere hundert Kubikmeter Super, Super Plus, Benzin und Diesel kommen da zusammen - in der Stunde. "Und das", sagt der Chef des Hauses, "365 Tage im Jahr, rund um die Uhr."

Einer, der das alles im Auge hat, der das Ganze koordiniert, ist Herbert Korte. Seit 20 Jahren überwacht er, auf einem Bürostuhl in der Messwarte sitzend, den Zulauf und Abfluss der Kraftstoff-Mengen. Dabei hilft ihm die moderne Technik: Fünf Monitore hat er vor sich, vier Computer-Bildschirme ebenfalls, und die zeigen an, was die Raffinerien liefern, was die Tanklaster, Züge oder Schiffe abholen. Wo, wie und vor allem wieviel - und das "auf den Liter genau".
Per Mausklick leitet Korte die Flüssigkeiten, öffnet Rohre, ändert Verbindungswege, schließt Tanks. In Nummer sechs, sagt er mit schnellem Blick auf den Monitor, schlummern genau 4 060 938 Liter; bald Zeit, den Hebel umzulegen auf einen anderen "Pott".
Immer wieder, zwischendurch, schielt er auf die Monitor-Reihe über den PC-Bildschirmen. Der verwaiste Bahnhof des Tanklagers ist zu erkennen, schwarz-weiß, mit eingeblendeter Digitaluhr, sowie - ein Stück weiter - auch der Schiffsanleger am Hafenbecken. Und dort lässt ein langer Rüssel gerade Diesel ins Innere eines Schiffs.
Für Korte heißt's jetzt aufpassen, immer wieder hingucken. Nicht, dass jetzt das Schiff, weil vielleicht falsch festgezurrt, zur Seite bricht, nicht, "dass deshalb noch was rausspritzt, und an Bord merkt es keiner". Das wäre, als wüsste man's nicht, "ein Umweltschaden erster Güte". Und den will Korte, auch das ist seine Aufgabe, tunlichst verhindern.

Was der Mann ohne den Monitor verfolgen kann, was er durch große Glasscheiben direkt im Blick hat, das ist das Herzstück des Lagers, die riesige "Tankstelle" - die Tankwagenfüllstelle. Hier stoppen sie, die vielen Tanklaster, für gut 15 Minuten, an 13 wuchtigen Zapfsäulen gibt's den Sprit für sämtliche rund 250 BP- und Aral-Tankstellen der Region. Und die reicht bis Mettmann im Süden, bis Münster im Norden, bis Duisburg, bis Kassel.
Auch die Konkurrenz bedient sich in Gelsenkirchen. Doch keine Angst: "Dieselbe Suppe kriegen die anderen Tankstellen deshalb noch lange nicht", erklärt der Mann schmunzelnd, "wer den Tiger im Tank will, der bekommt ihn auch." Spezielle Additive machen's möglich, sie werden beim Abfüllen automatisch dazugemischt. Knopfdruck genügt.
500 bis 600 Tankwagen im Schnitt, das zeigen die Computer, machen täglich Station im Stadthafen, laden 15 bis 19 Mio Liter Kraftstoffe. Hinzukommen die Schiffe, eins ist es mindestens pro Tag, sowie die Kesselwagen, die per Schiene transportiert werden - fast 6000 im Jahr.
Wer nicht auftanken kann im Lager der BP, das sind einfache Pkw. Viel zu riesig sind die schwarzen Schläuche, die von oben oder unten an die Tankwagen andocken, viel zu schnell schießt der Kraftstoff ins Innere des Fahrzeugs.

Obwohl, eine Möglichkeit gebe es doch noch für die Pkw, sagt Klaus Boenke, Elektriker im Tanklager, schmunzelnd: "Die Autofahrer müssen nur das Schiebedach öffnen."

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